Infrastruktur
Schulgebäude, Wasserversorgung, Sanitäranlagen, eine Farm – hinter jedem Unterrichtstag steckt eine funktionierende Infrastruktur. Am DIANI Bildungs- und Sozialzentrum wurde in den letzten Jahren viel aufgebaut. Doch es gibt noch viel zu tun.

Die Infrastruktur des DIANI Bildungs- und Sozialzentrums
Das DIANI Bildungs- und Sozialzentrum in Kenia ist über die Jahre stetig gewachsen. Mit Hilfe von Spendengeldern wurden zahlreiche bauliche Maßnahmen umgesetzt, die den Schulbetrieb und das Leben auf dem Campus erst möglich machen. Jeder Euro fließt dabei ohne Abzüge direkt in den Aufbau, die Erweiterung und den Unterhalt der Einrichtungen.
Gebäude und bauliche Entwicklung
Der Campus hat sich seit 2013 kontinuierlich weiterentwickelt. In den Jahren 2013 und 2014 entstanden eine Großküche mit Allzweckraum, zwei Lehrerzimmer sowie eine Bücherei. Zwischen 2015 und 2017 folgten weitere Klassenräume, eine Judo- und Sporthalle sowie Übernachtungsmöglichkeiten für sechs Kinder im Rahmen des Nightcare-Programms. 2018 wurde ein Brunnen zur Bewässerung der Schulfarm gebaut, 2019 die Lehmhütten für Internatsschüler wiederaufgebaut und 2020 neue Sanitäranlagen errichtet.
Ein wichtiger Meilenstein war die Einrichtung eines neuen Materialraums, der die Grundlage für differenzierten Unterricht bildet. Ehrenamtliche Helferinnen wie Antje Wolf, eine ehemalige Grundschullehrerin mit 34 Jahren Berufserfahrung, haben vor Ort mit den Lehrkräften gearbeitet, um den Frontalunterricht aufzubrechen und individuelleres Lernen zu ermöglichen. Mit Montessori-Material und Lernmitteln aus Deutschland wurde der Mengenbegriff gefestigt und die Zahlenlehre verbessert – Grundlagen, die vielen Kindern und auch Erwachsenen in Kenia fehlen.
Photovoltaikanlage
Dank der großzügigen Unterstützung der Firma BMR Geilenkirchen konnte am DIANI Education Centre erfolgreich eine Photovoltaikanlage geplant, gesponsert und installiert werden. Dieses Projekt stellt einen wichtigen Meilenstein für die nachhaltige Entwicklung der Bildungseinrichtung dar und verbessert die Energieversorgung langfristig und zuverlässig.
Als Standort für die Installation wurde, aufgrund des benötigten Raumes, das Gebäude des Essensaals gewählt. Die Anlage besteht aus 36 Solarpaneelen und verfügt über eine installierte Gesamtleistung von 9,9 kWp. Sie ist so ausgelegt, dass sie bei Stromausfällen autark Strom bereitstellen kann, um den Unterricht und den Schulbetrieb auch bei instabiler Netzversorgung aufrechtzuerhalten. Zudem versorgt die Anlage auch in den Abendstunden die Internatsschüler der Klassen 8 und 9 zuverlässig mit Strom.
Die Installation der Anlage erfolgte durch eine ortsansässige Fachfirma und die kenianischen Mitarbeiter Nelson und Godfrey, Nelson übernimmt zudem die selbständige Wartung und Reinigung der Anlage, um deren langfristige Leistungsfähigkeit sicherzustellen. Diese Zusammenarbeit ermöglichte nicht nur eine fachgerechte Umsetzung des Projekts, sondern förderte auch den nachhaltigen Wissenstransfer und die Stärkung lokaler technischer Kompetenzen.
Für das DIANI Education Centre bedeutet dieses Projekt eine deutliche Erhöhung der Versorgungssicherheit sowie eine Reduzierung der laufenden Stromkosten. Gleichzeitig leistet die Photovoltaikanlage einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduzierung von CO₂-Emissionen. Darüber hinaus besitzt das Projekt einen hohen pädagogischen Wert, da es den Schülerinnen und Schülern den praktischen Einsatz erneuerbarer Energien im Schulalltag anschaulich vermittelt.
Schuleigene Farm
Um die gesunde und stabile Ernährung der SchülerInnen zu sichern und ihnen gleichzeitig grundlegende landwirtschaftliche Kenntnisse zu vermitteln, unterhält das DIANI Bildungs- und Sozialzentrum seit 2012 die Schulfarm, die von der Farmerin Ms. Consulata geleitet wird.
Auf dem Gelände von einem Viertel Hektar werden verschiedene Gemüsesorten wie Tomaten, Muchicha (eine Art Spinat), Sukuma Wiki (ähnlich Mangold), Auberginen und Früchte wie Papayas und Bananen angebaut und es wurden viele der vitaminreichen Moringa-Bäume gesetzt, die nun genutzt werden.
Die Farm arbeitet nach ökologischen Prinzipien: Niedrige und hohe Pflanzen werden kombiniert, um natürlichen Sonnenschutz zu bieten, verschiedene Pflanzenarten werden nebeneinander gepflanzt, sodass sie sich gegenseitig positiv beeinflussen.
Der Mulch verbessert die Bodenstruktur und schützt vor Austrocknung. Organische Düngung und Kompostierung von Abfällen fördern die Fruchtbarkeit und Nachhaltigkeit der Anbauflächen.
Die Schulfarm dient den Schülern als lebendiges Lernfeld und Vorbild: Sie können hier praxisnah erfahren, wie gesunde Ernährung entsteht und wie nachhaltige, ökologische Landwirtschaft funktioniert.
Schuleigene Schneiderei
Die Schneiderei führt Mr. Georg gemeinsam mit einer Auszubildenden Naomi. Sie sind hauptsächlich zuständig für die 450 Schuluniformen und die Arbeitskleidung für den Sicherheitsservice, die Köchinnen, Gärtner und Hausmeister.
Die Schuluniformen für die Mädchen bestehen aus Röcken und Blusen, Röcke für den Sport mit integrieren Shorts und für die Jungen aus Hosen, Hemden und Shorts.
Zu ihren Aufgaben gehören neben der Anfertigung neuer Schuluniformen auch die Ausbesserung und Änderung der getragenen, so dass sie an die nächsten Schüler weitergegeben werden können. Darüber hinaus werden im Laufe des Jahres für die Judokas Trainings-Judogi genäht.
Die Schuluniformen werden zum Selbstkostenpreis abgegeben und Änderungen müssen bezahlt werden. Patenkinder werden einmal im Jahr mit einer neuen Uniform ausgestattet.
Bücherei
Seit September 2014 besitzt das DIANI Bildungs- und Sozialzentrum eine funktionsfähige eigene Bücherei.
Die Schulbibliothek bietet neben wenigen deutschen und suahelischen Büchern zum Großteil Bücher in englischer Sprache an, die überwiegend aus Büchersammelaktionen in Deutschland stammen.
Kindergartengebäude
Das Grundstück wurde als zweckgebundene Spende zur Errichtung einer sozialen Einrichtung zur Verfügung gestellt. Ziel der Maßnahme war die Schaffung geeigneter Räumlichkeiten für Bildungs- und Betreuungsangebote.
Die bestehenden Gebäude auf dem Grundstück wurden dem entsprechenden Besitzer abgekauft und anschließend baulich erweitert. Durch einen Anbau und eine Aufstockung wurde die vorhandene Bausubstanz deutlich vergrößert und funktional angepasst.
Im Zuge der Baumaßnahmen entstanden insgesamt sechs Mehrzweckräume, ein Speiseraum, eine Küche, ein Büro sowie Sanitäranlagen. Die Räumlichkeiten sind so konzipiert, dass sie sowohl für pädagogische als auch für organisatorische Zwecke genutzt werden können.
In dem Gebäude sind neben dem Kindergarten auch SchülerInnen der 1. und 2. Klasse untergebracht. Damit dient die Einrichtung sowohl der frühkindlichen Betreuung als auch der schulischen Nutzung und trägt zur Verbesserung der Bildungsinfrastruktur bei.
Im Innenhof befindet sich eine große Spielfläche, die von einem Spender mit Kunstrasen und einer Entwässerungsanlage ausgestattet wurde. Dadurch ist gewährleistet, dass die Kinder auch während der Regenzeit im Außenbereich spielen können.